Massivholz



Massivholzparkett

Für ein massives Stab- oder Klebeparkett können Harthölzer wie Eiche, Esche oder Buche, aber auch weichere einheimische Nadelhölzer wie Kiefer und Lärche verwendet werden.

Verlegung:
Über dem Estrich werden vollflächig unbehandelte Rauhspundbretter, am besten Fichtenholz, miteinander verschraubt. Auf diese können die einzelnen Stäbe oder die Mosaikplatten genagelt werden. Stäbe und Mosaikplatten sind an den Stirnseiten mit Nut-und Federprofilen versehen, so dass sie beim Verlegen fugenlos eng aneinander gepreßt werden. Die Befestigung sollte nur durch Schrauben erfolgen, die schräg durch die seitlichen Brettfedern eingeschraubt werden.

Kleber:
Die Verlegung von Parkett im Klebebett sollte wegen hoher Lösemittelbelastungen vermieden werden. Ein Verschrauben des Parketts ist vorzuziehen (s.o.). Insbesondere bei den lösemittelhaltigen Klebstoffen wird eine hohe Menge an Lösemitteln freigesetzt. Auch Dispersionsklebstoffe sind nicht frei von gesundheitsschädlichen Substanzen (Lösemittel, Konservierungsstoffe).
Von Pflanzenchemieherstellern werden Parkettkleber auf Naturbasis angeboten.
Oberflächenbehandlung:
Grundsätzlich muss zwischen einer Versiegelung und einer Imprägnierung unterschieden werden.

Die Versiegelung erfolgt mit Reaktionslacken wie DD- (Desmodur-Desmophen) Lacken oder SH- (säurehärtenden) Lacken. Bei der Verwendung von SH-Lacken ist mit einer Raumluftbelastung durch Formaldehyd zu rechnen. Beim Einsatz von DD-Lacken ist zumindest bei der Verarbeitung eine Belastung mit Isocyanaten nicht auszuschließen (s.u.). Alternativ könnten hier unter Umständen Versiegelungen auf der Basis von Acryllacken auf Dispersionsbasis verwendet werden (s.u.).
Grundsätzlich wird durch eine Parkettversiegelung zwar ein dauerhafter Schutz erreicht, es erfolgt aber zwangsläufig eine bauökologisch abzulehnende Versiegelung des Holzes.
Acryllacke sind Lacke auf der Basis von Acrylharzen. Sie werden als Lösungen in organischen Lösemitteln, als wässrige Dispersionen oder als Pulverlacke vielfältig eingesetzt, z.B. für Außen- und Innenanstriche oder zur Lackierung von Metallen und Holz.
Acrylharze lassen sich gut in Wasser verteilen, dadurch kann der Lösemittelanteil teilweise durch Wasser ersetzt werden (Dispersionslacke). Wasserverdünnbare Acryllacke mit weniger als 10 % Lösemitteln können mit dem RAL-Umweltzeichen (schadstoffarmer Lack) gekennzeichnet werden. Es dürfen dann noch höchstens 5 % Konservierungsstoffe und Lackhilfsstoffe (z.B. Bleisikkative) enthalten sein.

Acryllacke enthalten noch erhebliche Mengen Lösemittel, die während der Trocknung in die Umwelt gelangen. Es handelt sich hierbei teilweise auch um schwerflüchtige Substanzen, die über längere Zeit während der Nutzungsphase ausgasen.
Polyurethanlacke gehören zu den Reaktionslacken. Sie finden als 1-Komonenten- und als 2-Komponentenlack Verwendung und härten durch eine Reaktion mit Luft, Licht oder einer Reaktion zwischen den beiden Komponenten aus.
Besonders bekannt sind die Desmodur-Desmophen Lacke (DD-Lacke).
Die Polyurethan-Lackrohstoffe enthalten ca. 0,5 % monomeres Isocyanat und haben zudem hohe Lösemittelgehalte. Um die Trocknungszeiten zu verringern, können Polyurethanlacke mit Nitrolacken versetzt sein.

Polyurethanlacke sind besonders hart, abriebfest und beständig gegen Wasser, Öle und Chemikalien.
In Polyurethanlacken enthaltene Lösemittel führen bei der Anwendung zu hohen Raumluftkonzentrationen. Neben der Gesundheitsgefährdung für den Anwender führen die Lösemittelemissionen zu einer Belastung der Umwelt. Gerade die guten Verarbeitungseigenschaften (dickere und schneller härtende Einzelschichten) bewirken, dass die Lösemittel in solchen Beschichtungen relativ fest eingeschlossen werden und u.U. erst nach Monaten restlos entwichen sind.
Bei der Verarbeitung von 2-Komponenten-Systemen treten zudem Belastungen durch Isocyanate auf. Isocyanate reizen schon in sehr geringen Konzentrationen die Schleimhäute und können zu Sensibilisierungen führen. Gesundheitsgefährdungen können auch von eventuell enthaltenen Aminen (im Härter) ausgehen.

Imprägnierungen mit Wachsen oder Ölen bieten nicht den gleichen strapazierfähigen und haltbaren Schutz des Parketts wie Versiegelungen, zeichnen sich aber durch eine geringere gesundheitliche Belastung für Verarbeiter und Bewohner aus. Gewachste oder geölte Materialien verbessern durch ihre Pufferwirkung das Raumklima und besitzen antistatische Eigenschaften.
Der Einsatz von Holzschutzmitteln/ Bioziden für Parkettversiegelungen oder Imprägnierungen ist überflüssig und sollte in jedem Fall vermieden werden.